christuskirche gegen antizionistin dagdelen

als der präsident des staates der shoa-überlebenden vor einigen tagen im deutschen bundestag über den deutschen versuch die juden auszurotten und sein ganz persönlichen erfahrungen in dieser zeit sprach, verweigerten drei abgeordnete der pdl die erherbietung. an eine von ihnen, sevim dagdelen, haben die pfarrerinnen der christuskirche bochum nun einen offenen brief geschrieben (hier zu finden).

sie hinterfragen die aktion und ihre zielgruppe:

zu wem sprechen sie, wenn sie sitzen bleiben? sind auch die anhänger der hisbollah darunter, mit denen sie auf demos gehen und den „tod! tod israel!“ verlangen? antisemitismus ist die leidenschaft, die den tod der juden wünscht.

daraus schlussfolgern sie:

blieben sie sitzen im bundestag, weil sie den sitz im bundestag behalten wollen? könnte sein, dass sie gar keine antisemitin sind, sondern eine politikerin, ganz leidenschaftslos.

die verfasserinnen gehen von einer falschen grundannahme aus. antisemitismus sei für die herrschenden (wer das auch immer sei), nur mittel zum zweck. die verwendung antisemitischer klischees erfolge ausschließlich um die masse, welche ihnen folgt, zu lenken und von einer eigenverantwortlichen wahrnehmung der eigenen interessen abzuhalten. hier wird verkannt, dass diese herrschenden selber unter dem diktat des tausches stehen, selber den warenfetisch leben und somit an ihre antisemitischen aussprüche glauben (können).

dagdelen, als politikerin, welche ihre wählerinnen zur stimmabgabe verführen muss, kann daher ebenfalls antisemitin sein. bei teilnehmerinnen eines mobs, der „tod israel“ rufend durch die straße läuft, ist hiervon mit hinreichender wahrscheinlichkeit auszugehen.

trotz dieser falschen annahme, ziehen die pfarrerinnen aus dem verhalten dagdelens die richtigen schlüsse:

früher liefen sie mit, heute bleiben sie sitzen, es widert uns an. die kirchen, die wir bespielen, sind kirchen der kulturen, es sind offene häuser, und manche gespräche werden darin so offen geführt, dass es weh tun kann. auch sie sind hier zu gast gewesen. sie werden es nicht mehr sein, sie sind uns nicht erwünscht. sie haben denen, die überlebt haben, den respekt verweigert, unseren haben sie restlos verloren.

es bleibt zu hoffen, dass sie nicht alleine bleiben.

gruß aus dem eis

edit:

auch zum thema:  „keine koa mit antisemitinnen“ (hier)

edit vom 8.2.2010:

stellungnahme von sevim dagdelen zum offenen brief der pfarrerinnen der christuskirche (stellungnahme dagdelen)

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Über schneespuren

Schneespuren, Spuren im Schnee
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