god hates fangs

god hates fangs – wie die fernsehserie true blood anhand eines alten mythos moderne vorurteile, klischees und diskriminierungen thematisiert

„they murdererd him and his wife and my baby sister in cold blood. they are babykillers.“

klingt wie die typischen rede eines antisemitischen hasspredigers, der allen, die es nicht hören wollen und leider auch denen, welche ihnen allzu gerne und hörig lauschen, erklärt, warum juden „unser“ unglück seien und kassam-rakete  auf israelische städte okay? fasst.

vampirhass mit allen grundmustern des modernen antisemitismus

mit diese worten rechtfertigt der anführer und prediger der religiösen sekte fellowship of the sun, die notwendigkeit zur auslöschung der vampire. sein hass veranlasst ihn seine jünger paramilitärisch auszubilden und jugendlichen selbstmordattentäter auszusenden. letzter sind stilecht mit silber bewaffnet.

dieser hass führt zu einem  völkischen blut- und rassenwahn, wo nach alle vampire  in gottes namen ausgelöscht werden müssen,  um die menschliche rasse rein zu halten und somit ihre existenz zu sichern. jeder der sich diesem kampf nicht anschließt wird als helfershelfer denunziert und aus der menschheit ausgeschlossen.

einfache grundhandlung mit den mustern und klasse musik

vampire sind zur zeit groß in mode und habe zauberer a la harry potter den rang abgelaufen. freude an  diesen werken haben meistens nur diejenigen, welche schlechte schauspielern,  eindimensionale handlungen und plumpe musikalische untermalung geniesen können. zugegeben die handlung von true blood haut einen jetzt auch nicht wirklich vom hocker (mädchen mit übersinnliche fähigkeiten verliebt sich in vampir und führt mit ihm gegen alle gesellschaftlichen und artspezifischen widerstände eine beziehung). jedoch ist die filmmusik, allen voran die titelmelodie bad things von jace everett echt klasse.

momentan sind zwei staffeln der sernsehserie true blood, welche in einem idealtypischen us-amerikanische südstaaten-kaff in louisiana  spielt, ausgestrahlt. die dritte soll im juni 2010 folgen. in true blood verliebt sich die kellnerin sookie, welche menschliche gedanken lesen kann, in bill. dieser ist ein vampir und hat sich, wie seine artgenossen, vor kurzem der menschheit offenbart. seit dem leben sie offen unter diesen, betreiben bars oder setzen sich als lobbyisten für die bürgerrechte der vampire ein. vampire, wie bill, die versuchen ein „bürgerliches leben“ zu führen, stillen ihre nahrungsbefürfnisse mit hilfe von true blood.

vermischung von homophobie und vampirhass

true blood ist ein synthetischer blutersatz, der in mehreren geschmacksrichtungen, also blutgruppen, erhältlich ist. andere trinken das blut von menschen, welche sich ihnen in sexualisierten lust hingeben oder sich schlicht prostituieren. diese werden als fang-banger bezeichnet. eine anspielung auf die beschimpfung von homosexuellen als „fags“  durch die homophobe mehrheitsgesellschaft. hierauf spielt auch die einblendung eines reklameschilds mit den worten „god hates fangs“ im video der titelmelodie an.

die hetzrede eines südstaatenpolitikers, welcher im wahlkampf mit den worten, dass vampire und vomosexuelle das überleben der menschlichen rasse bedrohen würden, auf stimmenfang geht oder der misslungene versuch dreier hinterwäldler ihre mahlzeit mit den worten sie hätten keine „aidsbürger“ bestellt zurück gehen zulassen, kurz bevor sie molotowcocktails in eine vampierunterkunft werfen, verdeutlicht diese parallele.

die herausragendsten szene der der zweiten staffel ist jene, als ein mensch seiner mutter ankündigt, dass er ihr seine vampirfreundin vorstellen möchte. Jene macht aus ihrer ablehnung gegenüber vampiren keinen hehl, und er wirft ihr vor voller hass zu sein und listet alle gesellschaftlichen gruppen auf, gegenüber welchen sie negativ eingestellt ist. Diese auflistung gerät zu einem who is who aller, die nicht weiße, evangelische südstaatler sind. ihr verschämten erklärungsversuche sind an komik kaum zu überbieten.

homophobie, rassismus und antisemitismus

die serie verdeutlicht hier die nähe von rassismus, homophobie und antisemitismus im denken autoritärer charaktere. die angst vor dem unterliegen der eigenen art, die gleichzeitige aber, aufgrund einer ebenbildlichkeit gottes, angenommene höherwertigkeit und der ablehnung aller, welche nicht produktiv an der erhaltung der art/ rasse mitwirken wollen, verbindet sich zu einem explosiven gemisch, welches sich in selbstmordattentaten, serienmorden, brandanschlägen, aber auch in alltäglichen vorurteilen und abwertungen anderer entlädt.

die serie wird mit sicherheit kein antifaschistischer leinwandklassiker, jedoch bietet sie unterhaltsame stunden und einblicke in einfache denkstrukturen und die mechanismen und den antrieb von hass und gewalt.

die Serie basiert auf der sookie-stackhouse-buchreihe von charlaine harris. der text bezieht sich auf der ersten staffel in deutscher und die zweiten staffel in englischer sprache.

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Über schneespuren

Schneespuren, Spuren im Schnee
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